19.09.2015 Wie kommt der Honig vom Bienenstock in das Glas?

Rudolf Deinhart weihte Imker in die Kunst der Honiggewinnung ein!

Das Leben einer Biene ist kein Honigschlecken. Doch den emsigen Insekten verdankt der Mensch das „flüssige Gold“. Allein um den Nektar für ein Kilogramm Honig zu sammeln, müssen sie drei bis fünf Millionen Blüten anfliegen. Schon während des Rückflugs beginnt im Honigmagen die Honigentstehung – ein wundersamer und komplizierter Prozess, der sich in den Stöcken und Wabenzellen fortsetzt, wie Bienenfachwart Rudolf Deinhart weiß. Zahlreiche Imker hatten sich am Samstag Zeit genommen, um sich von ihm am Lehrbienenstand des Bienenzuchtvereins Cham-Willmering vier Stunden lang in die Kunst der Gewinnung dieser schon im Altertum geschätzten Köstlichkeit einweihen zu lassen. Der Experte vermittelte den Zuhörern im Laufe des erfrischenden, praxisnahen Informationstags wertvolle Einblicke rund um das süße Nahrungsmittel. Deinhart befasste sich zunächst mit den Inhaltsstoffen des Honigs und verwies auf die mengenmäßig wichtigsten Bestandteile Fruchtzucker und Traubenzucker. Diese zählten zu den Kohlenhydraten und seien verantwortlich für die Konsistenz des Honigs. Je höher der Traubenzuckergehalt, desto schneller kristallisiert der Honig. Dann machte der Referent die Bedeutung der Eiweißverbindungen, Enzyme, Aminosäuren, Vitamine und Aromastoffe deutlich. Besonders aufgrund der Glucoseoxidase schrieb er dem Honig eine heilende Wirkung durch antibakterielle Reaktionen zu. Anschließend erklärte Deinhart, wie der Honig vom Bienenstock in das Glas kommt wobei er detailliert in auf die einzelnen Schritte einging. Viele Handgriffe wie das Entdeckeln und Schleudern der Waben sowie Sieben, Klären und Rühren sind dazu nötig. Abschließend ging er noch näher auf die strengen Qualitätskriterien des Deutschen Imkerbundes ein. Durch die Teilnahme an dem Kurs sind die Imker nun berechtigt, ihren Honig mit dem bekannten Siegel auf dem Glas zu vermarkten.