24.07.2015 Varroa-Milbe führt zu dramatischen Verlusten

Rechtzeitiges Behandeln vermindert die Gefahr, Bienenzuchtverein Cham-Willmering informierte Imker

Rudolf Deinhart mit den Varroa-MittelnDas Hauptproblem der Imker ist die Varroa-Milbe. Der Parasit, der seit 1977 über befallene asiatische Honigbienen nach Europa eingeschleppt wurde, schwächt die Völker nachhaltig und führt zu schweren Verlusten. Damit für die Bienenhalter der Winter nicht zur Katastrophe wird, veranstaltete der Bienenzuchtverein Cham-Willmering zuletzt am Lehrbienenstand in Stegmühle eine Informationsveranstaltung, bei der verschiedene Bekämpfungsmethoden in Praxis und Theorie behandelt wurden. „Nach wie vor besteht ein flächendeckender Befall der Bienenvölker, der grundsätzlich einer wirksamen Behandlung aller Bienenvölker bedarf“, erklärte der stellvertretende Vorsitzende Rudolf Deinhart bei seinen Ausführungen. Die Milbe verursacht Schäden an erwachsenen Bienen und der Bienenbrut. Daher ist eine frühzeitige Sommerbehandlung für gesunde Winterbienen von großer Bedeutung. Als bewährtes Mittel empfahl der Bienenfachwart den Imkern 60%ige oder 85%ige Ameisensäure, da diese nicht nur die Milben auf den Bienen sondern auch in der verdeckelten Brut abtötet. In diesem Zusammenhang stellte er das Schwammtuch sowie den Liebig- und Nassenheider-Verdunster als geeignete Verfahren vor. Er forderte vehement, die Anwendungshinweise penibelst genau zu befolgen – angefangene von den geeigneten Temperaturen, die man über die „Varroawetter“-Datenbank aktuell abfragen könne, über Dosierungen bis hin zu möglichen Resistenzen. Deinhart zeigte Imker-Anfängern wie alten Hasen eine ganze Reihe weiterer praktikabler Bekämpfungsmöglichkeiten wie Kurz- und Langzeitbehandlung mit organischen Säuren bis hin zu Thymolpräparaten und Perizin. Er betonte, dass auch nach einer erfolgten Behandlung von den Imkern noch regelmäßig der Milbenabfall kontrolliert werden muss, da stets die Gefahr einer Reinvasion über zusammengebrochene Völker oder Bienenverflug zu befürchten ist.